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Übungsaufgaben und Kommentare zur SBF-See Prüfung
Viel Spass bei der Vorbereitung Deiner Prüfung!
SBFSee Sportboot Führerschein See Prüfung
Übungsaufgaben
Kommentar zu den 20 Kartenaufgaben der Prüfung
Die 20 Kartenaufgaben der SBFSee-Prüfung
Einerseits sind diese Aufgaben recht simpel, denn Ihr bekommt die Ablenkung und Missweisung vorgegeben, es gibt also keine Steuertabelle zu lesen, kein interpolieren, kein runden und keine Missweisungsrose. Na gut.
Andererseits sind diese Aufgaben kompliziert, weil sie teilweise verwirrend konzipiert sind – da wird noch mal gepeilt oder gelotet, obwohl die Position schon feststeht.
Grundsätzlich liegt den meisten Aufgaben die selbe Dramaturgie/ Choreographie zugrunde: Ihr kriegt ein Ziel oder einen Kurs vorgegeben, schippert durch die Gegend und koppelt derweil natürlich mit. Dann nehmt Ihr irgendwann eine Ortsbestimmung durch Peilung und/oder Lotung vor und stellt fest - was für eine Überraschung -, dass Ihr natürlich nicht dort seid, wo Ihr meintet sein zu müssen. So ist das Leben. Ihr sollt jetzt zeigen, ob Ihr in der Lage seid die „weichen“ Fakten wie Koppelort und vermeintlich gefahrene Strecken und Kurse von den „harten“ Fakten wie Ortsbestimmung durch Peilung, GPS, beobachteten Küstenabstand oder Lotung, zu unterscheiden. Ihr verlasst Euch selbstverständlich auf die „harten“ Fakten.
Die Aufgabenstellung nicht sorgsam zu lesen, die Tonne nicht zu finden, das Dreieck verkehrt herum zu halten oder verkehrt abzulesen und mit der Darstellung der 10/10 der Seemeile, am Kartenrand, mal 10 mal 5 Einheiten, nicht klar zu kommen ist der klassische Kanon von Fehlern, durch den auch Ihr müsst. Es gibt nur ein paar Kleinigkeiten zu den Kartenaufgaben zu bemerken.
KA 343
Der Begriff „querab“ meint rechtwinklig, also 90°, und bezieht sich auf die Längsrichtung Eures Schiffes (in diesem Fall identisch mit der Kurslinie).
KA 344
Meistenteils harmlos, wenn man das Sperrgebiet gefunden hat.
KA 345
Zunächst die mit „Whis“ untertitelte Heultonne finden. Dann nicht an den angeblich zurückgelegten 3,4 sm festhalten, sondern stur die rw-Peilung eintragen und gucken, wo diese die 10-Meter-Linie schneidet. Peilung und Lotung sind die „harten“ Fakten. Dann kommen auch 2 sm als restliche Distanz zur Tonne raus.
KA 346
„Nahe der Tonne“ stehen, bedeutet dasselbe wie darauf stehen. Die Frage a). müsste richtigerweise nach dem zu erwartenden Querabstand zum Feuer Flügge fragen! Der über die zwei Peilungen gefundene Ort liegt natürlich wieder mal nicht auf der gedachten Kurslinie. Lasst Euch nicht davon irritieren, so ist das eben, Ihr seid etwas nach Steuerbord abgetrieben.
KA 347
Wahrschau, die Position des Leuchtfeuers ist nicht das rote Fadenkreuz, sondern der kleine schwarze Punkt, von dem die Strahlen der Sektoren ausgehen. Die Peilung und der Abstand zur Küstenlinie (wie auch immer der ermittelt wurde ist nicht Eure Angelegenheit) sind die „harten“ Fakten. Die gefundene Position liegt ausnahmsweise genau auf der gedachten Kurslinie. Gut gesteuert und gut gekoppelt.
KA 348
Der Yachthafen von Grömitz liegt nicht in Grömitz, sondern vor dem roten Segelschiff-Zeichen. Die Molenköpfe stehen am Ausgang des Hafens. Vor dem Anlegen des Dreiecks überlegen, wie viel Grad das so seien mögen.
KA 349
Größtenteils harmlos.
KA 350
Die Peilung und die Tiefenlinie sind die „harten Fakten“, die zeichnet Ihr stur ein. Netterweise liegt der durch Peilung und Lotung ermittelte Ort auf der Kurslinie - genau genommen 1 Millimeter rechts davon.
KA 351
Die Startposition ist tatsächlich fast auf der roten Tonne, sonst harmlos.
KA 352
Harmlos.
KA: 353
Die Zahlen der Tonne „Außenelbe-Reede 3/2“ stehen in der Karte untereinander statt nebeneinander. Sonst harmlos.
KA 354
Harmlos.
KA 355
Vor dem Anlegen des Dreiecks überlegen.
KA 356
Harmlos.
KA 357
Warum man den Leuchtturm peilt, wenn man seine Position schon kennt, weiß ich auch nicht. Nicht irritieren lassen, der angegebene Ort liegt tatsächlich auf der Kurslinie. Das Einzeichnen der Peilung ist gar nicht verlangt worden.
KA 358
Die gesuchte Tonne 3b in der „neuen Weser“ muss ja – ungrade - eine grüne, spitze Steuerbordtonne des Fahrwassers sein, und zwischen Tonne 3 und 5 stehen. Sonst harmlos.
KA 359
Wahrschau, die Meile wird an diesem Kartenrand zur Abwechselung mit 5 Teilstrichen dargestellt. Ansonsten harmlos, wenn man die Tonne, Kennung Fl.G.4s, gefunden hat. Die unterbrochene Schlangenlinie ist, laut INT1, ein aufgegebenes Unterwasserkabel. Die rote Linie ist die Grenze des Geltungsbereiches der SeeSchStrO, die Linie aus roten T`s ist irgendeine Grenze irgendeiner Schifffahrtsbeschränkung.
KA 360
Harmlos. Zum Begriff „querab“ siehe KA 343.
KA 361
Harmlos aber irritierend. Bestimmt den bei c) gesuchten Ort einfach über die 40-Meter-Linie und dem Hinweis, 0,3 sm südwestlich von der Kurslinie abgekommen zu sein, Lotung und Peilung sind die „harten“ Fakten. Der gesuchte Ort muss also auf der 40-m-Tiefenlinie liegen. Tatsächlich seid Ihr dann eben 8,5 sm weit gekommen.
KA 362
Endlich eine Aufgabe, wie sie das Leben schreibt: durch Peilung stellt Ihr fest, dass Ihr keineswegs auf Eurer Kurslinie von 325° geblieben seid. Es hat Euch etwas nach Backbord versetzt. Um den gefragten Besteckversatz beschreiben zu können, müsst Ihr erst Euren Koppelort kennen. Also 3,5 sm auf der erhofften 325°-Linie abtragen und diesen Ort als Ok bezeichnen. Der Besteckversatz von diesem zum beobachteten Ort beträgt 0,4 sm nach 237°. Dass die Richtung des Besteckversatzes und die rechtweisende Peilung zur Tonne A2 dieselbe Gradzahl haben, hat nichts zu sagen, Zufall.
Die letzte Frage zu diesem Thema lautet meistens, wie genau die Kartenaufgaben zu lösen sind. Also: liegt Ihr beim Einzeichnen oder Abnehmen einer Kurslinie um ein Grad daneben oder verhaut Euch beim Abnehmen der Längen-/ Breitenangabe um eine Zehntel-Minute, reißt Euch keiner den Kopf ab. Ansonsten allerdings schon, denn die Navigationsaufgaben genießen in der Prüfung einen sehr hohen Stellenwert. Zu Recht, und die sind noch viel zu einfach!
Das letzte Wort zum Thema Navigation:
„Das Mysterium war kein Mysterium mehr. Ich setzte den Finger auf die Karte und erklärte, dass wir hier wären. (...) Und was Charmian betraf (...) so erwachte in mir ein ganz neues Gefühl – nämlich das Gefühl, dass sie eine glückliche Frau war, da sie einen solchen Mann hatte“.
(Jack London, Die Fahrt der Snark)
Klas Klauberg